Saurier Bogenclub Altenahr e.V.

 
 

 

 

 

 


Blankbogen

Für den Blankbogen gelten die selben technischen Merkmale, wie für den herkömmlichen Recurve-Bogen – allerdings sind jegliche Zielhilfen (Visiere jeglicher Art) und alle Stabilisatoren verboten. Der Bogen muss „blank“ sein, d. h. er muss frei seinvon Herausstehendem,von Markierungen,Flecken odervon Laminierungen,ie als Zielhilfe dienen können. Eingebaute Schwingungsdämpfer (TFC) sind zulässig, vorausgesetzt, es werden keine Stabilisatoren oder Zusatzgewichte angebracht. Wurfarmdämpfer (limb saver) dürfen an den Wurfarminnenseiten angebracht sein. Zusatzgewichte dürfen angebracht werden. Begrenzung: der Bogen muss ungespannt durch einen Messring von 122 mm Durchmesser passen.
Alle für Recurve-Bögen erlaubten Pfeilauflagen und Buttons sind auch für Blankbögen gestattet. Release oder ähnliche Lösehilfen dagegen sind gleichermaßen unzulässig. Nachträglich angebrachte Markierungen auf dem Tab für das Untergreifen (Stringwalking) sind nicht erlaubt. Auch ein „Klicker“ zur Auszugskontrolle ist nicht erlaubt. Es gibt auch keine Einschränkungen zur Pfeilauswahl speziell für den Blankbogen.

Blankbogenschiessen
Am Anfang des Erlernens wird den angehenden Blankbogenschützen empfohlen, die Pfeilspitze als Visierersatz zu verwenden. Das Zielen erfolgt also, in dem man vom Auge des Schützen über die Pfeilspitze hinweg eine Ziellinie zum Ziel bildet. Die Schwierigkeit daran ist allerdings, dass ein Visier üblicherweise wesentlich höher über der Pfeilauflage positioniert ist, als die Pfeilspitze. Die o.a. Ziellinie beim Visierbogen ist somit viel höher als die des Blankbogens. Auf kurzen Distanzen bedeutet dies, dass mit dem Blankbogen weit unter dem Ziel angehalten werden müsste. Die Blankbogenschützen gleichen dies überwiegend mit dem sogenannten „Stringwalking“ bzw. vereinzelt auch mit dem „Facewalking“ aus.

Was ist Stringwalking?
Die meisten Blankbogenschütze greifen bei der Stringwalking-Methode nicht mit einem Finger über dem Pfeil und mit zwei Fingern unter dem Pfeil die Bogensehne (mediterane Griff) sondern mit allen drei Fingern grob gesagt so tief unter den Pfeil, wie ein Visier über dem Pfeil stehen würde. Dieser sog. „Untergriff“ variiert bei der Entfernung, die geschossen werden soll. Je näher die Entfernung um so tiefer ist der Untergriff. Der Untergriff „wandert“ somit auf der Sehne und daraus ergibt sich der englische Begriff des „Stingwalking“. Wie weit zu den gegebenen Entfernungen untergegriffen werden muss, richtet sich nach dem verwendeten Material (Bogenlänge, Zuglast, Auszugslänge, Nockpunktposition, unterschiedlichen Pfeilen etc.) und dem vom Blankbogenschützen verwendeten Anker. Charakteristisch für das Stringwalking ist jedoch, dass der Schütze auf allen Entfernungen immer den selben Anker verwendet.
Was ist Facewalking?
Einige Blankbogenschützen verwenden immer den selben Griff an der Sehne und ankern je nach der zu schiessenden Entfernung an unterschiedlichen Punkten im Gesicht. Bei kurzen Entfernungen wird beispielsweise unter dem Kieferknochen geankert, auf mittleren Entfernungen am Mundwinkel und bei weiter Entfernung z.B. auf der Höhe des Jochbeines. Der Ankerpunkt „wandert“ also im Gesicht und daher ergibt sich der englische Begriff des „Facewalking“.
Im Vergleich zum Stingwalking wird beim Facewalking immer gleich gegriffen, aber unterschiedlich geankert. Wenn man es als angehender Blankbogenschütze nach ausdauerndem Üben geschafft hat, mit der Pfeilspitze als Visierersatz und unter Anwendung von „Stringwalking“ oder „Facewalking“ die Pfeile überwiegend auf der Scheibe „unterzubringen“, sollte man sich nicht entmutigen lassen, wenn die Pfeilgruppen nicht so eng sind, wie beim Recurve-Bogen mit Visier. Denn zunächst ist die Pfeilspitze ein viel gröberes Zielwerkzeug als ein Visier und weiterhin werden beim Blankbogenschützen auch kleine Fehler im gesamten Schussablauf „hart bestraft“.
Die grobe Pfeilspitze als Visierersatz multipliziert die durch einen Fehler hervorgerufene Pfeilabweichung. Visierpins sind nur wenige Millimeter dick und Visier-Ringe haben auch nur einen Durchmesser von wenigen Millimetern, die Pfeilspitze jedoch ist z.B. 6 oder 8 mm dick. Macht man beim Visierbogen einen kleinen Fehler im Schussablauf, wird der Pfeil dann möglicherweise anstelle im „Gold“ vielleicht im „Rot“ landen – beim selben kleinen Fehler mit dem Blankbogen ist der Pfeil dann aber schon ein „Schuss ins Blaue“ oder noch weiter weg. Fazit: Nirgendwo ist das Reproduzieren der fehlerfreien reinen Schiesstechnik so wichtig, wie beim Blankbogen! Zudem kann man hier gleiche Fehler nicht durch das Verstellen des Visiers heilen.
Fortgeschrittene Blankbogenschützen wechseln vielfach vom Zielen über die Pfeilspitze zum „Instinktivschiessen“ oder zu Mischformen zwischen beiden Methoden. Die Erläuterung, was man unter dem Begriff „Instinktivschiessen“ versteht, würde den Rahmen dieser Web-Side sprengen. Darüber gibt es ganze Fachbücher und auch die sog. „Experten“ sind sich oft nicht einig. An dieser Stelle sei nur der Hinweis erwähnt, dass beim Instinktivschiessen die oben beschriebene Ziellinie mit dem Schnittpunkt durch das Visier oder über die Pfeilspitze nicht mehr gebildet wird und anstelle dessen, die reine Fokussierung auf den gewünschten Zielpunkt oder das gewünschte Zielbild tritt. Diese Fokussierung kann man z.B. nur erreichen, wenn man beide Augen geöffnet hat.
Das soll aber nicht heißen, dass derjenige, der beide Augen beim Schiessen geöffnet hat, immer ein Instinktivschütze ist, denn auch manche Visierschützen haben beide Augen geöffnet und wenn sie nicht zielen wollten, wozu haben sie dann ein Visier? Also so profane Dinge wie ein geöffnetes oder beide geöffneten Augen sind schon nicht eindeutig. Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen Zielen und Fokussieren ? Wenn man diese Frage beantworten möchte, schreibt man schon einen kleinen Roman und muss aufpassen, dass man nicht ins „Philosophische“ abschweift – und das war nur eine weitere von vielen möglichen Fragen rund um dieses Thema.